Alljährlich wird ein eindrucksvolles Zeichen gegen das Vergessen gesetzt, wenn auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Nammering die Gedenkfeier für die 794 KZ-Häftlinge stattfindet, die hier ermordet wurden.
Die NS-Verbrechen in Nammering ereigneten sich im April 1945, insbesondere zwischen dem 19. und 24. April 1945. Ein Todeszug mit über 4.000 KZ-Häftlingen aus Buchenwald blieb wegen zerstörter Gleise am Bahnhof Nammering stehen. Der Transport war Teil der Räumung des KZ in Richtung KZ Dachau.
794 Häftlinge kamen in Nammering durch Hunger, Krankheit, Misshandlung oder Erschießung zu Tode. Berichte von Zeitzeugen schildern die extreme Grausamkeit des NS-Personals und die völlige Missachtung menschlichen Lebens
Die Leichname der vielen Toten wurden in einer Sumpfwiese im Wald, der Todeswiese, nahe der Gleise in einem Massengrab begraben.
An der diesjährigen Gedenkveranstaltung am 27.4.2026, organisiert von der Gemeinde Fürstenstein in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft KZ-Transport 1945 und dem DGB Region Niederbayern, nahmen auch wieder mehrere von uns OMAS GEGEN RECHTS teil, denn Erinnerungsarbeit ist uns ein großes Anliegen.

Der letzte Überlebende des Todeszuges Ben Lesser war im letzten Jahr verstorben. An seiner Stelle richtete sich seine Tochter Gail Lesser-Gerber mit einer Rede an die Anwesenden. Im Jahr davor hatte er sich noch mit einer bewegenden Videobotschaft an die Teilnehmenden gewandt, die auch heute an Relevanz nichts verloren hat:
„Wir sind alle für unsere eigenen Entscheidungen verantwortlich. Deshalb muss jeder von uns ein Leben führen, das zählt. Es gibt einfach keinen Platz für Intoleranz und Ungerechtigkeit, Rassismus und Gleichgültigkeit.“
Die Ereignisse von Nammering mahnen dazu, die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals zu vergessen. Sie appellieren uns an alle, die Bedeutung von Menschenrechten und demokratischen Werten wachzuhalten. Das betonten auch die verschiedenen Redner an diesem Nachmittag.
Das Erinnern bleibt eine wichtige Verpflichtung unserer Generation.



