Zwei neue Stolpersteine in Passau

Am 19. Februar 2026 verlegte Gunter Demnig, der „Erfinder der Stolpersteine“, persönlich zwei neue Stolpersteine in Passau. Wir OMAS GEGEN RECHTS PASSAU waren dabei.


Adelgunde Dölzer war Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Sie wurde als „lebensunwertes Leben“ , für die Gesellschaft unnütz, nach Jahren in den Heilanstalten Mainkofen und Regensburg in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet.  Ihr Stolperstein wurde in der Lederergasse 33 gesetzt.


Der Stolperstein vor dem „Cubana“ in Passau erinnert an Willi Heckmann, einen Musiker, der wegen seiner Homosexualität von den Nationalsozialisten verfolgt und in die KZs nach Dachau und Mauthausen deportiert wurde. In dem Lokal „Regina Bar“ hatte Heckmann, ein hervorragender Musiker am Akkordeon ,1937 seinen letzten Auftritt, bevor die Gestapo ihn verhaftete.
Nach dem Krieg wurde er weiterhin als Straftäter behandelt, weil Paragraf 175 StGB weiterhin Gültigkeit hatte. Erst 1994 wurde der Paragraf, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte, abgeschafft.

 Während der NS-Zeit wurden zwischen 5000 und 15 000 Männer als Homosexuelle in Konzentrationslagern inhaftiert. Sie mussten in der Regel den „Rosa Winkel“ auf ihrer Häftlingskleidung tragen.

Während der Gedenkveranstaltung, die der Stadtjugendring organisiert hatte, erinnerten die Angehörigen in anrührender Weise an ihre Verwandten. Gabi Dölzer an ihre Großmutter Adelgunde, die sie nie kennengelernt hatte, Klaus Stanjek an seinen Onkel, mit dem er sehr vertraut war und von dessen Schicksal er dennoch viele Jahre nichts wusste, weil er eine Mauer des Schweigens um sich aufgebaut hatte. Das Akkordeonorchester Passau umrahmte -in Gedenken an den Akkordeonspieler Heckmann- einfühlsam die Feierstunde.

Der Vortrag von Dr. Winfried Helm über die nationalistischen „Euthanasie“-Morde zeigte anschaulich auf, wie menschenverachtend die NS-Praxis war und wie Erinnerungskultur sich allmählich an die Aufarbeitung der Geschichte macht.  

Beide wurden Opfer der Nazis, weil sie nicht dem Menschenbild entsprachen und deshalb für die Gesellschaft keinen Nutzen hatten. Eine gefährliche Ideologie, die Menschen nach dem Nützlichkeitsprinzip beurteilt. Das dürfen wir nie wieder zulassen! Deshalb werden die OMAS GEGEN RECHTS weiterhin Gesicht zeigen!

Foto des Stolpersteins für Wilhelm Heckmann