Am Dienstag, den 10.3.2026 starteten um 14 Uhr im Zeughaus die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Passau. Unter dem Motto „100 % Menschenwürde- zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ beteiligen sich 26 Schulen, Vereine, Verbände und zivilgesellschaftliche Gruppierungen an der Initiative. Gemeinsam haben der Kreisjugendring und der Stadtjugendring Passau ein vielfältiges und buntes Programm zusammengestellt, das 25 Veranstaltungen im März umfasst.
Auch wir OMAS GEGEN RECHTS PASSAU nahmen an der Veranstaltung teil und stellten unser Projekt vor: Am 22. März werden wir einen Vorlesenachmittag für Kinder im Grundschulalter gestalten, weil Vorlesen eine „Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ ist (Stiftung Lesen vom 16.07.2020).
Richard Rorty, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts stellte die These auf: „Der Roman „Onkel Toms Hütte“ hat mehr für die Verbreitung der Menschenrechte getan hat als der Kategorische Imperativ von Immanuel Kant“. Das heißt: Lesen oder auch Vorlesen bildet unser moralisches Empfinden mehr aus als ethische Grund- und Glaubenssätze.
Zum Verständnis: Der Roman „Onkel Toms Hütte“ schildert anschaulich das Leben der Sklaven in Nordamerika, ergreift Partei für die Unterdrückten und wurde so zur wichtigsten Kampfschrift der Nord- gegen die Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg. Auch wenn der Roman aufgrund seiner Klischees heute umstritten ist, so wurde er doch zum Synonym für ein selbstbestimmtes Leben der Afro-Amerikaner.
Wir teilen Rortys Überzeugung. Beim Lesen von Romanen schlüpft man in fremde Identitäten, erlebt sie als eigene, im besten Fall werden aus fremden Erfahrungen eigene Erfahrungen. So kann man Armut, Rassismus, Ausgrenzung, Erniedrigung erleiden, ohne es in der Realität tatsächlich erleben zu müssen. Dadurch entwickelt sich Empathie, Verständnis für die Gefühle anderer und die Fähigkeit, die Perspektive eines anderen einzunehmen. Empathie ist die Grundvoraussetzung für demokratisches Denken. Nur wer empathisch ist, kann begreifen, dass die Würde eines jeden Menschen geachtet und geschützt werden muss. Empathie ist die einzige Waffe gegen Rassismus.
Diese Erfahrung wollen wir Kindern – zumindest im Ansatz – an unserem Vorlesenachmittag ermöglichen.


